Überblick
Das E-Auto – passt es zu mir?
Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes machen den Trend deutlich: Immer mehr E-Autos werden in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Mittlerweile ist jeder dritte neu zugelassene Pkw ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) oder ein Plug-in-Hybrid (PHEV).
Gründe für den Umstieg auf ein E-Auto gibt es angesichts der anhaltend hohen Kraftstoffpreise mehr als genug. Allerdings stellen sich rund um die alternative Antriebstechnik noch immer einige Fragen. Die Energieberater und E-Mobilitätsexperten Stephan Schröder und Cagri Yildirim verraten, wie man sich dem Thema E-Auto nähern kann, um eine gute Entscheidung pro oder contra treffen zu können.
Wie viel Reichweite brauche ich wirklich?
Mehr ist nicht unbedingt besser. Wer hauptsächlich lokal und in der eigenen Region unterwegs ist, zur Arbeit pendelt, einkauft oder Freunde besucht, muss nicht automatisch zum Auto mit dem größten verfügbaren Akku greifen. Ein kleineres, leichteres und günstigeres Elektroauto kann für solche Wege vollkommen ausreichen.
Anders sieht es aus, wenn regelmäßig längere Fahrten anstehen. Dann werden eine größere Reichweite und eine gute Schnellladeleistung wichtig.
Zu beachten ist: Die Reichweitenangabe des Herstellers ist ein Laborwert. Wie weit ein Elektroauto im Alltag tatsächlich kommt, hängt auch von Außentemperatur, Heizung, Klimaanlage und dem persönlichen Fahrstil ab. Besonders im Winter kann die Reichweite niedriger ausfallen.
Und wenn ich doch einmal weiter reisen will?
Eine längere Strecke ist heute kein Ausschlusskriterium für ein Elektroauto, denn die Ladeinfrastruktur ist mittlerweile sehr gut ausgebaut. Rund 200.000 Ladepunkte, darunter mehr als 54.000 Schnelllader, gibt es allein in Deutschland. Und es kommen täglich neue hinzu. Auch das europäische Ausland baut die E-Mobilität kräftig aus, wobei das Tempo von Land zu Land durchaus unterschiedlich ist.
Wie lange bremst mich ein leerer Akku aus?
Das hängt vor allem davon ab, wo und wie geladen wird. Das langsamere AC-Laden empfiehlt sich dann, wenn das Auto ohnehin länger stehen bleiben darf – zum Beispiel zu Hause, bei der Arbeit oder während eines längeren Einkaufs. Viele Fahrzeuge laden dort mit 11 kW. Ein 77-kWh-Akku bräuchte von ganz leer bis ganz voll rechnerisch rund sieben Stunden. Im Alltag lädt man aber äußerst selten von null auf hundert.
Auf längeren Strecken nutzt man besser einen DC-Schnelllader. Dort sind deutlich höhere Ladeleistungen möglich. Als grobe Faustregel kann man sagen: Ist der Akku relativ leer, hat man nach etwa einer halben Stunde wieder genug Reichweite für die nächste längere Etappe. Wie schnell es tatsächlich geht, hängt vom Fahrzeug, vom Ladestand und auch von der Batterietemperatur ab.
Benötige ich unbedingt eine Wallbox?
Natürlich ist eine Wallbox wie unsere Stadtwerke-LadeBox sehr bequem: nach Hause kommen, Kabel einstecken, fertig. Und wer ein Eigenheim besitzt und vielleicht sogar eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann damit besonders komfortabel und günstig laden. Und doch ist eine eigene Wallbox keine Voraussetzung für den Umstieg auf Elektromobilität.
Wie bereits erwähnt, kann in Deutschland flächendeckend auf Ladestrom für das E-Auto zugegriffen werden. Und viele Ladestationen befinden sich an Orten, an denen das Auto ohnehin für eine Weile steht: am Supermarkt, in der Innenstadt, am Bahnhof oder auf dem Parkplatz des Fitnesscenters. Die Standzeiten dort lassen sich ideal zum Laden nutzen.
Spare ich mit einem E-Auto Geld?
Bei den laufenden Kosten können E-Autos durchaus einen Unterschied machen. Ob sie insgesamt günstiger sind, hängt aber auch vom Fahrzeugpreis beziehungsweise von der Leasingrate ab. Wichtig sind hier Förderungen, steuerliche Vorteile sowie die THG-Prämie, die sich günstig auf die Gesamtrechnung auswirken können.
Auch die Fahrleistung und der Preis des geladenen Stroms sind ausschlaggebend für die Gesamtkosten. Gerade beim öffentlichen Laden lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wer spontan und ohne passenden Vertrag lädt, kann deutlich mehr bezahlen als mit einem Ladestromtarif.
Und wie funktioniert das Laden bei den Stadtwerken?
Wir betreiben in Bad Salzuflen rund 50 öffentliche Ladepunkte mit unterschiedlichen Ladeleistungen. Für unsere Haushaltsstromkundinnen und -kunden gibt es einen eigenen Ladestromvertrag. Damit kostet die Kilowattstunde aktuell 42,95 Cent beim AC-Laden und 48,90 Cent beim DC-Schnellladen. Dazu kommen 4,76 Euro Grundgebühr im Monat.
Das kann sich schnell rechnen: Wer ohne Ladestromvertrag an einer Schnellladesäule lädt, zahlt teilweise 80 oder 90 Cent pro Kilowattstunde. Bei 80 Kilowattstunden wären das 72 Euro. Mit unserem Schnellladetarif sind es rund 39 Euro.
Außerdem kann man über unsere App nicht nur unsere eigenen Ladepunkte freischalten, sondern auch rund 160.000 Stationen anderer Betreiber nutzen – deutschlandweit und zu unserem Tarif.
Noch Fragen zum E-Auto?
Wie funktioniert die aktuelle Förderung? Worauf sollte ich bei einem gebrauchten E-Auto achten? Was steckt hinter der THG-Prämie? Und wie lade ich im Ausland?
Weitere Antworten und aktuelle Informationen gibt es online.
Für Fragen rund um das E-Auto stehen Ihnen Stephan Schröder und Cagri Yildirim auch gern persönlich zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit ihnen: 05222 808-0.
www.stwbs.de/elektromobilitaet
Förderung der Elektromobilität
Über die THG-Quote können sich Halter von E-Autos Geld zurückholen. Wie funktioniert das?
Wer ein reines Elektroauto fährt, kann jedes Jahr von der sogenannten THG-Quote profitieren. THG steht für Treibhausgas.
Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, müssen deren Treibhausgasemissionen senken. Erreichen sie ihre Vorgaben nicht, können sie über den Ankauf anrechenbarer Minderungen eine Strafe verhindern.
Diese Minderungen können auch von Halterinnen und Haltern von E-Fahrzeugen kommen, die ihre THG-Quote indirekt an die Unternehmen verkaufen.
Das Umweltbundesamt bescheinigt dafür eine pauschal ermittelte Strommenge für das Fahrzeug; die tatsächliche Fahrleistung pro Jahr spielt keine Rolle. Als Fahrzeughalter überträgt man diese Quote meist an einen Dienstleister, der sie vermarktet und dafür eine Prämie auszahlt.
Die Höhe der Vergütung hängt vom Marktwert und vom Anbieter ab. Für 2026 werden teils mehr als 300 Euro gezahlt. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich. Plug-in-Hybride sind von der THG-Quote ausgeschlossen.
Welche Förderung gibt es aktuell für E-Autos?
Seit 2026 werden privat angeschaffte E-Autos wieder staatlich gefördert. Unterstützt werden Kauf und Leasing von erstmals in Deutschland zugelassenen Neuwagen. Förderfähig sind Neuzulassungen seit dem 1. Januar 2026.
Für reine Elektroautos beträgt die Basisförderung 3.000 Euro, für förderfähige Plug-in-Hybride und Range-Extender sind es immerhin noch 1.500 Euro.
Je nach Einkommen und Zahl der Kinder kann sich der Zuschuss auf bis zu 6.000 beziehungsweise 4.500 Euro erhöhen. Die Einkommensgrenze liegt – auch für die Basisförderung – bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Sie steigt mit Kindern auf maximal 90.000 Euro.
Plug-in-Hybride müssen bestimmte Vorgaben bei CO₂-Ausstoß oder elektrischer Reichweite erfüllen. Beantragt wird die Förderung nach der Zulassung digital beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – kurz BAFA. Wichtig: Das Fahrzeug muss mindestens 36 Monate gehalten werden. Letzteres gilt auch beim Leasing.
Hier geht es direkt zur Förderzentrale Deutschland.
Empfiehlt es sich, ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen?
Ja, das kann sich durchaus lohnen, zumal junge gebrauchte E-Autos teilweise deutlich unter ihrem ursprünglichen Neupreis angeboten werden.
Neben dem Gesamtzustand des Fahrzeugs ist beim E-Auto der Zustand der Batterie entscheidend. Sie ist eines der teuersten Bauteile des Fahrzeugs.
Ein wichtiger Wert für die Zustandsbeurteilung ist der sogenannte State of Health (SoH). Er zeigt, wie viel der ursprünglichen Batteriekapazität noch vorhanden ist. Idealerweise lässt man sich dazu ein aktuelles Batteriezertifikat zeigen oder den Akku unabhängig prüfen.
Wichtig ist außerdem, wie lange die Herstellergarantie auf die Batterie noch läuft. Ein etwas niedrigerer SoH ist nicht automatisch problematisch, bedeutet aber weniger Reichweite und sollte sich entsprechend im Kaufpreis widerspiegeln.