Überblick
Höher, schneller und weiter
Mit 35 Jahren noch einmal durch die sandige Sprunggrube fliegen? Mit 50 Jahren den ersten 3.000-Meter-Lauf absolvieren? Und mit 65 Jahren die 25-Meter-Bahn im Lohfeld Bad schwimmend unter einer Minute bewältigen? Warum nicht?
Im Jahr 2025 haben allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 150.000 Menschen persönliche Bestleistungen erbracht und sich so das Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erarbeitet. Neben den Kindern und Jugendlichen, die ihre sportlichen Disziplinen überwiegend an ihren Schulen gemeistert haben, stellten sich auch fast 39.000 Erwachsene der Herausforderung.
Wir haben den Stadtwerker Johannes Dittmar und seine Tochter auf die Jagd nach der begehrten Auszeichnung geschickt. Das Fazit des 42-jährigen Hobbyfußballers können wir vorwegnehmen: „Das Sportabzeichen: wahnsinnig motivierend und absolut schaffbar!“
Kategorie: Kraft
- Wurf des Medizinballs (2 Kilogramm)
- 9 Meter (Bronze), 12 Meter (Silber), 13,50 Meter (Gold)
- Alternativen: Kugelstoßen (7,26 kg), Steinstoßen (15 kg), Standweitsprung, Gerätturnen Reck, Liegestützen, Bauchpresse, Beugestütz, Klimmzüge
Gar nicht so leicht, aber machbar. Beim Wurf müssen beide Hände am Ball bleiben – und rückwärts über den Kopf ist verboten. Schon im ersten Versuch befördert Johannes den wassermelonengroßen Medizinball auf 13,80 Meter. Goldmarke erreicht. Weiter geht’s!
Kategorie: Koordination
- Schleuderball (1 Kilogramm)
- 28 Meter (Bronze), 33 Meter (Silber), 38 Meter (Gold)
- Alternativen: Hochsprung, Weitsprung, Seilspringen, Gerätturnen, Ball umgreifen, Kick-Fangen, Koordinations-T-Lauf, Koordinationsleiter
Johannes hat den Dreh raus! Schon beim Warmmachen schleudert er den Gummiball weit über die Köpfe der Kampfrichter hinweg in die Weite. Als das Maßband angelegt wird, zeigt sich allerdings die besondere Herausforderung dieser Übung. Sehr beeindruckende 37,5 Meter sind zu wenig für Gold in dieser Kategorie – doch der Wurf reicht dicke für Silber. Außerdem: Für das angestrebte Gold-Sportabzeichen werden „nur“ drei Einzelwertungen mit Gold und eine Silber-Wertung benötigt. Johannes ist im Soll.
Kategorie: Schnelligkeit
50-Meter-Lauf
- 9,6 Sek. (Bronze), 8,7 Sek. (Silber), 7,7 Sek. (Gold)
- Alternativen: 25 Meter Schwimmen, 200 Meter Radfahren, Gerätturnen
Seine Schnelligkeit hat Johannes schon beim Fußball immer gut einsetzen können. Jetzt, auf der ebenen Laufbahn ohne Gegenwind oder Ball, tragen ihn die Füße in sagenhaften 6,9 Sekunden ins Ziel. Der Stadtwerker ist auf Goldkurs.
Kategorie: Ausdauer
3.000-Meter-Lauf
- 21 Min. (Bronze), 18:30 Min. (Silber), 15:50 Min. (Gold)
Alternativen: 10-Kilometer-Lauf, 7,5 Kilometer Nordic Walking, 20 Kilometer Radfahren, Schwimmen (Dauer)
Obwohl es sich empfiehlt, mit der Ausdauerübung zu starten, wählt Johannes den 3-Kilometer-Lauf für das Finale. Vielleicht nicht die beste Entscheidung, da ihm doch jetzt der Sprint mächtig in den Beinen steckt. Trotzdem meistert er die siebeneinhalb Runden um den Sportplatz in 14:58 Minuten. Gold in der Einzeldisziplin, Gold in der Gesamtwertung. Gratulation!
Schwimmen
Neben den vier Übungen aus den Disziplingruppen Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer muss auch ein Nachweis der Schwimmfertigkeit erbracht werden. Dazu muss entweder eine Schwimmübung aus dem Bereich Ausdauer (ohne Zeitvorgabe) oder eine aus der Gruppe Schnelligkeit absolviert werden.
Johannes entscheidet sich für den 25-Meter-Sprint, den er im Lohfeld Bad schwimmt. Mit 17 Sekunden bleibt er deutlich unter der Vorgabe für Gold.
- 25 Meter Schwimmen: 38,5 Sek. (Bronze), 29,5 Sek. (Silber), 19,0 Sek. (Gold)
Unser Tipp:
Die Schwimmdisziplinen können während der regulären Öffnungszeiten im Lohfeld Bad und im Sommer auch im Bega Bad absolviert werden. Das Bäder-Team bestätigt die erbrachten Leistungen direkt vor Ort. Ein Nachweis der Schwimmfertigkeit ist für das Deutsche Sportabzeichen in jedem Fall erforderlich.
Sportabzeichen für alle
Geschafft: Stützpunktleiter Uwe Heiland freut sich über jede Bestleistung der Sportabzeichen-Anwärterinnen und Anwärter.
Das Deutsche Sportabzeichen ist etwas Besonderes. Das kann jeder bestätigen, der diese ganz persönliche Auszeichnung einmal erlangt hat. Und das Herantasten an die eigenen sportlichen Bestmarken fühlt sich oft umso besser an, je länger die Schulsportzeit zurückliegt.
Was Stadtwerker Johannes Dittmar geschafft hat, können auch viele andere Menschen in Bad Salzuflen erreichen. Denn die Anforderungen in den einzelnen Disziplinen sind durchaus machbar – und nach Altersklassen gestaffelt. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht. Für Menschen mit Behinderungen gelten entsprechend angepasste Leistungsklassen.
In Bad Salzuflen macht der Stadtsportverband den Weg zum Deutschen Sportabzeichen besonders einfach. Wer es ausprobieren möchte, kann montags, dienstags, mittwochs und samstags die Prüfungen in den jeweiligen Disziplinen ablegen – allein oder gemeinsam mit Freunden.
Übrigens: Zahlreiche Krankenkassen erkennen das Deutsche Sportabzeichen für ihre Bonusprogramme an.
Die Stützpunkte und Ansprechpartner
Stadion Lohfeld
Montags und mittwochs ab 18 Uhr
(nach Anmeldung)
Stützpunktleiter: Jürgen Beier,
Tel. 05222 22553
Stadion Aspe
Dienstags ab 18 Uhr und samstags ab 10 Uhr – ganzjährig
Stützpunktleiter: Uwe Heiland,
Tel. 0160 96 303 666
Für die Abnahme im Stadion Aspe ist keine Anmeldung erforderlich. Das Team von Uwe Heiland ist zu den genannten Zeiten vor Ort.
Für Fragen zum Sportabzeichen steht Liane Stücke vom Stadtsportverband Bad Salzuflen e. V. gern zur Verfügung: stuecke(at)ssvbs.de.
Weitere Infos gibt es online:
stadtsportverband-badsalzuflen.de/sportabzeichen
https://deutsches-sportabzeichen.de